Designer für TUECHTIG:
Sophie Langhorst - „ ein arbeitsplatz“


TUECHTIG ist Raum für Inklusion: Herzstück des Projekts ist der gleichnamige Coworkingspace, der für Menschen verschiedenster Ausgangslagen gleichermaßen zugänglich sein wird. Unser Ziel: Raum, Möbel und Technik sollen sich ihren Nutzern möglichst individuell anpassen - und nicht umgekehrt. Um das zu erreichen, gibt es seit April eine Kooperation mit dem Verein be able und dem greenlab derKunsthochschule Berlin Weißensee. Seit April haben Studierende aus den Bereichen Produkt- und Textildesign über Antworten nachgedacht, Ideen entwickelt und Prototypen gebaut, damit am Ende alle besser arbeiten können.

„Ich hab mich für das Projekt entschieden, weil ich das Thema Inklusion sehr spannend fand und es über dieses 'ich mach jetzt mal was Schönes' hinaus geht“, sagt Sophie Langhorst. Die 24 jährige studiert Produktdesign an der Kunsthochschule Weißensee und hat schon einige Gebrauchsgegenstände aber auch reine Designobjekte entworfen. Mit ihrem Entwurf für TUECHTIG verfolgt sie zum ersten Mal einen inklusiven Ansatz.

Im Rahmen des Projektseminars hat Sophie ein modulares System für sogenannte Flex Desks entwickelt, das heißt für flexibel nutzbare Schreibtische. Die sind vor allem für Menschen geeignet, die vergleichsweise kurzfristig in einem Coworkingspace arbeiten wollen. Sophies „Klappbox-Schienen-System“, wie sie selbst es umschreibt, besteht aus einer an einer Wandschiene befestigtem flachen, rechteckigen Kasten, der sich in die Horizontale klappen lässt und damit zum freistehenden Schreibtisch wird. Dass es keine Tischbeine gibt, ist ein Ergebnis der Expertengespräche, die die Studierenden im Vorfeld des Designprozesses mit Menschen geführt haben, die unterschiedliche Handicaps haben. Die Tischbeine hat Sophie weggelassen, weil sie besonders für Sehbehinderte ein Problem sind, wenn sie mit ihrem Sehstock unterwegs sind. Aber auch für Rollstuhlfahrer ist es bequemer, wenn es keine Tischbeine gibt.

Das entstandene Möbelstück könnte im TUECHTIG künftig so einige Pluspunkte vereinen: Mit ihm ließe sich die Arbeitsumgebung flexibler an die Besucher des Coworkingspace anpassen. Außerdem ist es ansprechend, robust und praktisch: Will jemand seinen Arbeitsplatz für eine Weile Arbeitsplatz sein lassen, um beispielsweise in der Lounge eine Pause einzulegen, muss er nicht, wie sonst in Coworkingspaces üblich, all seine Habseligkeiten zusammenpacken und mitnehmen. Stattdessen lässt sich die Tischplatte der Flex Desks leicht anheben und bietet darunter jede Menge Platz für Laptop, Notizblock und Ladekabel. Mit einer Handbewegung ist der Schreibtisch platzsparend an die Wand geklappt. Und: Für Teamsitzungen lassen sich auch schnell mal zwei oder drei der neuartigen Schreibtische zusammenschoben – weil sich im TUECHTIG der Raum dem Menschen anpasst und nicht umgekehrt.