Designer für TUECHTIG: Philippa Lorenzen - „ fuenf“


TUECHTIG ist Raum für Inklusion: Herzstück des Projekts ist der gleichnamige Coworkingspace, der für Menschen verschiedenster Ausgangslagen gleichermaßen zugänglich sein wird. Unser Ziel: Raum, Möbel und Technik sollen sich ihren Nutzern möglichst individuell anpassen - und nicht umgekehrt. Um das zu erreichen, gibt es seit April eine Kooperation mit dem Verein be able und dem greenlab der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Seit April haben Studierende aus den Bereichen Produkt- und Textildesign über Antworten nachgedacht, Ideen entwickelt und Prototypen gebaut, damit am Ende alle besser arbeiten können.

Hoch oder niedrig, schmal oder breit, offen oder geschlossen: Die Sitzmöbel, die Philippa Lorenzen für den Lounge-Bereich des TUECHTIG geschaffen hat, folgen dem Prinzip der Vielfalt: „Mein Konzept ist es, ganz unterschiedliche Formen und Möbelmodelle anzubieten, sodass jeder etwas findet, was für ihn passt.“ Inklusion durch Vielfalt also – zum Anfassen, Ausprobieren, Ausspannen.

Die fünf sehr unterschiedlichen Möbel ziehen sofort den Blick auf sich und laden zum Pause machen, Lesen und Reden ein. Aber nicht nur: Gerade für zwischendurch bieten sie ihren Nutzern auch eine Alternative zum klassischen Arbeiten am Schreibtisch. Wichtig sind Philippa dabei nicht nur die Unterschiede, sondern auch die Gemeinsamkeiten der künftigen Nutzer – schließlich soll das TUECHTIG ein Raum für alle sein, ob mit oder ohne Handicap. Gemein ist Philippas Entwürfen die stark geometrische Wirkung – fast wie zum Leben erwachte Skizzen aus dem Zeichenbuch.

Gebaut hat Philippa Lorenzen die Modelle unter dem Arbeitstitel „fuenf“ im Maßstab 1:7,5 – ein Möbelstück, eine Art Rad aus Stahlrohren, sogar in realer Größe und mit den vorgesehenen Materialien. Dicht gespannte Seile bilden innerhalb des Rades Sitz- und Ablageflächen, lassen den Entwurf trotz seiner Funktionalität vergleichweise leicht und durchsichtig wirken. Farbe kommt nicht nur durch die Bespannung der Stahlrohre ins Spiel, sondern auch durch die vergleichweise voluminösen Kissen, die die 24-jährige Produktdesignstudentin aus gefärbtem und gefüllten textilen Schlauch knotet.

Philippas Motivation, sich im Rahmen des Seminars so intensiv mit inklusivem Möbeldesign auseinanderzusetzen: „Das TUECHTIG gibt einem als Designer eine unglaubliche Berechtigung sich zu Fragestellungen und Problemen einfach austoben zu können und da wirklich einen Sinn hinter zu sehen.“ Durch das Projekt habe sie die einmalige Möglichkeit bekommen, andere Facetten des Lebens kennenzulernen – eines Lebens, dem gutes, inklusives Design bislang oftmals fehlte.