Designer für TUECHTIG: Liron Shilian und Shahar Reshef - „ splendid isolation“


TUECHTIG ist Raum für Inklusion: Herzstück des Projekts ist der gleichnamige Coworkingspace, der für Menschen verschiedenster Ausgangslagen gleichermaßen zugänglich sein wird. Unser Ziel: Raum, Möbel und Technik sollen sich ihren Nutzern möglichst individuell anpassen - und nicht umgekehrt. Um das zu erreichen, gibt es seit April eine Kooperation mit dem Verein be able und dem greenlab der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Seit April haben Studierende aus den Bereichen Produkt- und Textildesign über Antworten nachgedacht, Ideen entwickelt und Prototypen gebaut, damit am Ende alle besser arbeiten können.

Zu Besuch – und gleich mittendrin: Liron Shilian und Shahar Reshef kommen eigentlich aus Israel. Sie haben ein Auslandssemester in Berlin eingelegt und studieren an der Kunsthochschule Weißensee Industrie- und Produktdesign, wie in ihrer Heimat. Bevor sie sich für TUECHTIG mit Haut und Haar in den Designprozess warfen, trieb die zwei ein ganz grundsätzlicher Gedanke um: Wie sieht es in einem so großen gemeinsamen und offenen Raum beim Arbeiten eigentlich mit der Privatsphäre aus?

Unter dem Arbeitstitel „splendid isolation“ haben Liron und Shahar das Spannungfeld von Öffentlichkeit und Privatsphäre beim Arbeiten zum Dreh- und Angelpunkt ihres Designprozesses gemacht. Sind die zwei Pole überhaupt zu vereinen, ohne, dass das Gesamtbild leidet, ohne dass der Raum insgesamt seine Dynamik verliert? Ihre Antwort: ein höherverstellbarer, modularer Schreibtisch, der bei Bedarf furch eine farbige Faltblende mitten im Coworkingspace Privatsphäre möglich macht. „Der Nutzer kann seiner Präferenz – Privatsphäre oder Interaktion – mit anderen mit unserer Faltblende leben“, meint Liron – und das mit nur wenigen Handgriffen. Später vielleicht auch auf Knopfdruck.

Wichtig ist den beiden Israelinnen auch das Farbkonzept: „Unsere Vision ist es, hier in diesem Arbeitsumfeld eine einzigartige visuelle Erfahrung zu erschaffen, durch sehr sehr unterschiedliche Farben und Muster. Jeder Nutzer kann die Farbe seines Sichtschutzes nach Laune und Bedarf auswählen“, erklärt Shahar. „So schaffen wir ein Wohlfühlgefühl am Arbeitsplatz – und das ist ja nicht das Schlechteste, oder?“