Designer für TUECHTIG: Bruno Ziebell - „ work hard&soft“


TUECHTIG ist Raum für Inklusion: Herzstück des Projekts ist der gleichnamige Coworkingspace, der für Menschen verschiedenster Ausgangslagen gleichermaßen zugänglich sein wird. Unser Ziel: Raum, Möbel und Technik sollen sich ihren Nutzern möglichst individuell anpassen - und nicht umgekehrt. Um das zu erreichen, gibt es seit April eine Kooperation mit dem Verein be able und dem greenlab der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Seit April haben Studierende aus den Bereichen Produkt- und Textildesign über Antworten nachgedacht, Ideen entwickelt und Prototypen gebaut, damit am Ende alle besser arbeiten können.

Meine Prämisse war, etwas zu machen, was einfach zu benutzen ist, was man schnell versteht“, sagt Produktdesignstudent Bruno Ziebell, 23 Jahre alt, und grinst, während er sich auf dem verhältnismäßig großen Sitzmöbel, das er selbst gebaut hat, gemütlich gemacht hat. Das, worauf Bruno sitzt, ist ein Schaumstoffmöbeltisch, der es den künftigen Nutzern des TUECHTIG schon bald erleichtern könnte, Arbeit und Entspannung zu vereinen – und das buchstäblich im Handumdrehen.

Unter dem Titel „word hard&soft“ hat Bruno ein, wie er selbst sagt, „binäres Möbelstück“ entworfen, sowohl was Material als auch Verwendung angeht: Binnen Sekunden wird aus einem effektiven Arbeitsplatz durch Kippen des Möbels ein bequemer Sessel, der zu Entspannung und kreativen Gedankenexperimenten einlädt und die Grenze zwischen Arbeit und Spiel verschwimmen lässt.

Wie kann ich mir das ganz konkret vorstellen? Bruno Ziebell hat für seinen Entwurf Polyurethanschaum, der normalerweise zur Dämmung in Häusern verbaut wird, verwendet. Der Schaum kleidet die Unterseite des Tisches, die zur Sitzfläche wird, aus und dominiert die Optik des Möbelstücks. Er macht es weich und gleichzeitig „verwundbar“, ist doch das „Innere“ nach Außen gekehrt. Außerdem dämpft Brunos Schreibtischsessel alle Arbeitsgeräusche, auch in der Umgebung. Polyurethan wirkt als Schallabsorber.